Wärme
Infrarotkabine: Wirkung, Studien und der Unterschied zur Sauna
Von Kim Ingwersen · Veröffentlicht am 13. Oktober 2026
Infrarotkabinen sind in den letzten Jahren in Fitnessstudios, Spas und Wohnungen beliebt geworden. Sie versprechen viele der Vorteile einer klassischen Sauna, bei einer niedrigeren und angenehmeren Temperatur. Hier erfährst du, was eine Infrarotkabine bewirkt und was die Forschung tatsächlich belegt.
So funktioniert eine Infrarotkabine
Eine klassische Sauna heizt die Luft, und die heiße Luft wärmt dich. Eine Infrarotkabine hat Strahler, die deinen Körper direkt erwärmen, ein bisschen wie in der Sonne zu sitzen. Die Luft bleibt bei etwa 40–60 °C, in einer finnischen Sauna sind es 80–100 °C.
Du schwitzt trotzdem viel, kannst aber leichter atmen und länger bleiben. Damit ist sie eine gute Wahl für alle, denen die klassische Sauna zu heftig ist. Einen Aufguss gibt es allerdings nicht, denn ohne heiße Steine entsteht auch kein Dampf.
7 Wirkungen der Infrarotkabine
1. Entspannung und weniger Stress
Die Wärme entspannt die Muskeln, und die meisten fühlen sich danach ruhig. Viele nutzen die Infrarotkabine am Abend, um runterzukommen. Eine warme Sitzung ein paar Stunden vor dem Schlafen kann das Einschlafen erleichtern, weil der Körper danach abkühlt. Das beruht eher auf Erfahrung als auf Studien, also teste, was für dich funktioniert.
2. Bessere Funktion der Blutgefäße
In einer japanischen Studie saßen Menschen mit chronischer Herzschwäche zwei Wochen lang täglich 15 Minuten in einer 60 °C warmen Sauna und ruhten danach 30 Minuten unter Decken. Das ist derselbe Temperaturbereich wie in einer Infrarotkabine. Die Funktion der inneren Gefäßwand (des Endothels) verbesserte sich, und 17 von 20 Personen ging es besser (Kihara et al., 2002).
Auch Studien, bei denen Infrarotstrahlung bei Dialysepatienten auf den Arm gerichtet wurde, fanden einen besseren Blutfluss in den Gefäßen, die für die Dialyse genutzt werden (Lin et al., 2007). Wenn du eine Herzerkrankung hast, sprich vor dem Start mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
3. Weniger Muskel- und Gelenkschmerzen
Viele Menschen mit verspannten Muskeln und schmerzenden Gelenken empfinden Infrarotwärme als hilfreich. Die Wärme fördert die Durchblutung und entspannt die Muskulatur. Die meisten Studien untersuchen allerdings Infrarotstrahlung, die auf einen Körperteil gerichtet ist: Bei Dialysepatienten verbesserte sie die Durchblutung und verringerte die Schmerzen im Arm (Choi et al., 2016). Ob eine ganze Sitzung in der Kabine dasselbe bewirkt, ist weniger untersucht.
4. Schnellere Regeneration nach dem Training
In einer finnischen Studie mit zehn trainierten Männern führten 30 Minuten in der Infrarotkabine nach einer harten Ausdauereinheit zu besseren Werten in einem Sprungtest als Sitzen ohne Sauna. Nach Krafttraining machte es keinen Unterschied. Die Männer beschrieben die Infrarotkabine als angenehm für den Körper und entspannend (Mero et al., 2015).
5. Schwermetalle ausschwitzen
Entgiftung ist eines der am stärksten übertriebenen Versprechen. Schweiß enthält tatsächlich kleine Mengen an Schwermetallen wie Blei, Cadmium und Quecksilber. Ein systematischer Review kam zu dem Schluss, dass Schwitzen als Weg zur Ausscheidung Aufmerksamkeit verdient, dass aber mehr Forschung nötig ist (Sears et al., 2012). Den Großteil der Arbeit erledigen weiterhin Leber und Nieren, also sieh das Schwitzen als kleines Extra.
6. Haut
Im Labor steigerte Infrarotlicht die Bildung von Kollagen und Elastin in Hautzellen. In einer koreanischen Studie bekamen 20 Menschen mit Falten sechs Monate lang täglich eine Infrarotbehandlung im Gesicht, und alle berichteten von einer glatteren Haut. Pigmentflecken wurden nicht besser (Lee et al., 2006). Die Studie nutzte eine Infrarotlampe, keine Kabine, deshalb ist die Wirkung einer normalen Sitzung weniger sicher.
7. Einfacher zu nutzen als eine Sauna
Das ist keine Wirkung auf die Gesundheit, aber es zählt. Wegen der niedrigeren Temperatur können viele Menschen, die eine klassische Sauna nicht aushalten, eine Infrarotkabine nutzen. Kleine Kabinen passen in eine Zimmerecke, und viele laufen an einer normalen Steckdose. Die beste Sauna ist die, die du wirklich nutzt.
Infrarotkabine oder Sauna?
| Infrarotkabine | Finnische Sauna | |
|---|---|---|
| Lufttemperatur | 40–60 °C | 80–100 °C |
| Wie sie wärmt | Infrarotstrahler wärmen den Körper | Heiße Luft und Dampf |
| Aufguss | Nein | Ja |
| Aufheizzeit | 10–15 Minuten | 30–60 Minuten (elektrisch) |
| Forschung | Kleine Studien | Große Studien über Jahrzehnte |
Wenn du die Vorteile aus den großen finnischen Studien willst, kommt eine klassische Sauna oder ein Saunazelt mit Holzofen dem am nächsten, was dort untersucht wurde. Wenn du für zu Hause etwas Milderes suchst, ist eine Infrarotkabine oder eine Infrarot-Saunadecke einfacher.
So nutzt du eine Infrarotkabine
- Fang mit 10–15 Minuten an und steigere dich auf 20–30.
- Trink Wasser vorher und nachher.
- Dusch danach, um den Schweiß abzuspülen.
- Nutz sie am Abend, wenn sie dir beim Runterkommen hilft, aber nicht direkt vor dem Schlafen, falls sie dich wach macht.
- Lass sie aus, wenn du dich krank fühlst, Fieber hast oder Alkohol getrunken hast.
Quellen
- Kihara T et al. (2002): Repeated sauna treatment improves vascular endothelial and cardiac function in patients with chronic heart failure. Journal of the American College of Cardiology
- Lin CC et al. (2007): Far-infrared therapy: a novel treatment to improve access blood flow and unassisted patency of arteriovenous fistula in hemodialysis patients. Journal of the American Society of Nephrology
- Choi SJ et al. (2016): Clinical utility of far-infrared therapy for improvement of vascular access blood flow and pain control in hemodialysis patients. Kidney Research and Clinical Practice
- Mero A et al. (2015): Effects of far-infrared sauna bathing on recovery from strength and endurance training sessions in men. SpringerPlus
- Sears ME et al. (2012): Arsenic, cadmium, lead, and mercury in sweat: a systematic review. Journal of Environmental and Public Health
- Lee JH et al. (2006): Effects of infrared radiation on skin photo-aging and pigmentation. Yonsei Medical Journal
Häufige Fragen
Was ist besser, Sauna oder Infrarotkabine?
Das hängt davon ab, was du willst. Die klassische Sauna mit 80–100 °C ist viel besser untersucht, vor allem für das Herz. Die Infrarotkabine wärmt den Körper direkt bei 40–60 °C und ist milder. Wer die Hitze der Sauna nicht verträgt, kommt mit der Infrarotkabine oft besser zurecht.
Wie lange sollte man in der Infrarotkabine bleiben?
Fang mit 10–15 Minuten an und steigere dich auf 20–30 Minuten, wenn du dich daran gewöhnt hast. Trink vorher und nachher Wasser.
Wie oft sollte man in die Infrarotkabine?
Viele nutzen sie zwei- bis viermal pro Woche. In der japanischen Studie mit Herzpatienten waren es sogar tägliche Sitzungen. Hör auf deinen Körper und trink genug.
Ist eine Infrarotkabine gesund?
Für gesunde Erwachsene gilt sie als sicher, und sie hat einige Vorteile für Entspannung und Regeneration. Wenn du schwanger bist, eine Herzerkrankung oder niedrigen Blutdruck hast, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Kann man mit einer Infrarotkabine abnehmen?
Nicht nennenswert. Das Gewicht, das du in einer Sitzung verlierst, ist Wasser, und es kommt zurück, sobald du trinkst. Sieh die Kabine als Ergänzung zu Bewegung und Ernährung, nicht als Ersatz.
Gibt es eine günstigere Alternative zur Infrarotkabine?
Eine Infrarot-Saunadecke gibt dir Infrarotwärme im Liegen. Sie braucht weniger Platz und kostet deutlich weniger als eine Kabine.